Das große T, Lock-In-Effekte und SSH-Tunnel

T-Mobile will nun verhindern, dass Skype mobil genutzt wird. Angeblich, weil die Sprachqualität drunter leidet und die Übertragungsgeschwindigkeit drunter leidet. Das hierbei T-Mobile eigentlich nur verhindern will, das Kunden mit Datenflatrate nicht an der T-Mobile-Rechnung vorbei telefonieren, dürfte wohl kein Geheimnis sein. Dass mans den Kunden nicht direkt ins Gesicht sagen kann und noch so fadenscheinige Argumente vorschiebt, ist ja wohl ein Witz – so dumm sind die T-Kunden nun auch nicht.

Aber diese so genannten Lock-In-Effekte bin ich ja mittlerweile vom großen T gewöhnt. Ich erinnere mich auch noch an Zeiten, wo ich bei T-Online für Spamschutz meiner E-Mailadresse ein kostenpflichtiges Zusatzpaket hätte ordern müssen – währrend dieser Service schon von fast allen kostenlosen E-Mailanbieter in der Grundausstattung drin war. Und auch mit Pop-Mail hab ich bei dem großen T so meine Erfahrungen gemacht. Denn wenn ich mit nem anderen Anbieter online bin, brauch ich auch das E-Mail-Zusatzpaket, damit ich meine E-Mail per pop abrufen kann. Unglaublich, da hat man schon einen Vertrag bei den Jungs und muss immer noch für Dinge, die sonst umsonst gibt, zu zahlen. Aber man kann die Jungs auch austricksen, zumindest wenn man irgendwo einen entfernten Rechner stehen hat, der mit T-Online im Netz ist. Die Lösung heißt ssh-Tunnel.

Einstellungen für ssh-Tunnel im E-Mail-Programm

Einstellungen für ssh-Tunnel im E-Mail-Programm

Zunächst muss man die IP des entfernten T-Online Rechners wissen, falls diese nicht fest ist, bietet es sich an, ein dyn-alias einzurichten. Dann stellt einfach anstatt popmail.t-online.de in seinem Email-Programm als Server localhost ein, und nimmt einen freien Port, z.B. 8110.

Nun einen ssh-Tunnel aufbauen mit:

ssh -L 8110:popmail.t-online.de:110 benutzer@meinTOnlineRechner.de

wobei 8110 der Port ist, den man im E-Mail-Programm eingestellt und benutzer@meinTOnlineRechner.de der Benutzername und IP / Adresse des entfernten Rechner ist. Das kann man sich zum Beispiel auch als alias in der bashrc anlegen, falls man es häufiger nutzen möchte.

Wenn man nun mit seinem E-Mail Programm versucht die E-Mails abzurufen, werden diese versucht über localhost, also dem eigenen lokalen Rechner, abgerufen auf Port 8110. Der ssh-Tunnel leitet Port 8110 aber weiter auf den entfernten Rechner und dieser wieder spricht dann popmail.t-online auf Port 110 an.

Mag sein, dass es weniger umständlich und schneller ist, sich eine neue E-Mailadresse bei einem anderen Anbieter zu besorgen – aber wenns ums Prinzip geht und hin und wieder noch E-Mails auf der T-Onlineadresse ankommen, find ich das keine schlechte Lösung :D Und ich schätze mit ähnlichen Mitteln lassen sich auch auf modernen Mobiltelefonen sperren von VoIP-Programmen umgehen…

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